Michael Schmidt: Irgendwo

Interview (dt./eng.) mit Michael Schmidt von Dietmar Elger
146 S. mit 80 Abbildungen in Duotone 
Format 24 x 29 cm, Leinen mit Schutzumschlag

ISBN 978-3-936859-18-8

128,00 €

Irgendwo = Nirgendwo

Irgendwie ist ein Irgendwo immer wie ein Nirgendwo. Auch Michael Schmidts Fotografie zeichnet dieser Umstand aus. Er stellt Serien von Fotografien zu Büchern und zu Ausstellungen zusammen. Seine Vorstellung von Fotografie hat allerdings wenig mit einer Kennzeichnung zu tun, eher schon zeichnet er Bild um Bild dokumentarisch einen Ort, Unorte, die Bewohner auf. Das sind tastende Bewegungen, die mitunter schroff das ganze Prozedere über den Haufen werfen wollen, weil sie immer ein wenig von Ungeduld bestimmt sind. Es könnte ja auch noch ein anderer Ort kommen, andere, ebenso interessante Einwohner. Die beinahe epochal gleichgültig wirkenden Bilder und natürlich Bücher der »Waffenruhe« oder »EIN-HEIT« haben Michael Schmidt in die vorderste Linie der deutschen Fotografen geführt. Er hat überhaupt die erste Einzelausstellung eines deutschen Fotografen im Museum of Modern Art in New York ausgerichtet bekommen; mittlerweilen sind eine zweite sowie Beteiligungen an etlichen Themenausstellungen dazugekommen. Mit seinem Projekt »Irgendwo« zielt Michael Schmidt direkt in das »dunkle Herz« Deutschlands, wenn diese Conradsche Metapher überhaupt angebracht ist. Denn hier ist die Massenarchitektur, das Heimelige, die absolute Provinz, hier sehen Menschen … auch nicht anders aus als in Berlin. Und doch verströmen sie auf den Fotos von Michael Schmidt eine Stimmung, die tief und dunkel an etwas rührt. Wenn man dann Michael Schmidt fragte, was ihn umgetrieben hat, kann unversehens ein anekdotisches Miteinander entstehen, das alle dunklen Momente im Nu auflöst.

Ausstellungen:
Kunstverein Heilbronn, 4/2–10/4/2005
Oldenburger Kunstverein, 24/4–5/6/2005
Arp Mueum Bahnhof Rolandseck, 7/10–2/12/2005
Lindenau-Museum, Altenburg, 5/3–7/5/2006
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen, Magdeburg, 25/6–17/9/2006