Emil Holmer: Parasites and Diagramme

Texte (eng.) von Marcus Steinweg, Daniel Werkmäster
48 S. mit 30 farbigen Abbildungen
Format 21 x 30 cm, Softcover

ISBN 978-3-86442-063-4

24,80 €

Full Frontal Painting

Der 1975 im schwedischen Karlstad geborene Maler Emil Holmer lebt seit rund einem Jahrzehnt in Berlin in Neukölln. Kein Wunder, dass seine Arbeit den starken Einfluss dieser Stadt, ihrer Politik und Nüchternheit spiegelt, gleichsam wie ein zufälliges Element, ein collagiertes, herabgerissenes Plakate oder Graffiti. »Massenkultur ist Material wie Forschungsfeld für mich«, sagt Emil Holmer, »wobei das kein Weg für mich ist, um meine eigene Identität zu bestimmen. Ich bin von der Spannung zwischen high and low fasziniert, insofern es soetwas heute gibt. Ich denke nicht, dass solche Sachen gesetzt sind, sondern dass es vielmehr Aufgabe des Künstlers ist, sie zu definieren und zu formulieren. Das macht Malerei für mich aus, sie ist ›ein Weg, um an den Fundamenten zu arbeiten‹.« Und es ist natürlich nicht nur das, sondern das absolute Reale, wie es auch Marcus Steinweg, der junge Berliner Philosoph in seinem Essay in Holmers erster Publikation beschreibt, wenn er nicht von ungefähr auf die Überwindung des Tods der Malerei zu sprechen kommt und Louise Bourgeois’ Credo »art is about life« und Jacques Lacan’s Nullpunkt miteinander spiegelt. Da macht es auch Sinn, dass Emil Holmer seine Bilder so groß anlegt – zwei auf drei Meter –, das hat nicht nur mit seinen Erfahrungen des Stadtraums zu tun, sondern formuliert erfahrbaren Raum, in den die Betrachter regelrecht eintreten können. »Meine Beschäftigung mit Malerei ist gleichzeitig ein Hinterfragen«, sagt er, »eine Frage, was ich in der Malerei heute machen kann. Vieles von der Energie, die in den Bilder steckt, rührt von dieser Fragestellung her. Gleichzeitig bin ich sehr auf die Möglichkeiten der Malerei als Medium konzentriert. Malerei ist für mich in jeder Hinsicht mit Freude und Lust verbunden. Und ich liebe den Gedanken, dass sie gleichzeitig humorvoll, problematisch, sinnlich und intuitiv sein kann.«