Paradise Handbook

Handbuch subversiver Strategien eines Films aus dem Iran

Alec Barth / Reyhan Bokaie
hrsg. von Andreas Baur
Texte (dt./eng.) von Alec Barth und Reyhan Bokaie, Essay von Ebrahim Beygi, Statements von Sina Ataeian und Yousef Panahai, Interviews mit Dorna Dibaj, Martin Steyer, Lajos Wienkamp
176 S. mit 110 farbigen Abbildungen
Format 27 x 20,5 cm, Softcover

ISBN 978-3-86442-248-5

29,80 €

Tanzen verboten!

PARADISE HANDBOOK erlaubt einen konzisen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Films ­»Paradise«, den der Regisseur Sina Ataeian Dena über viele Jahre ohne Drehgenehmigung und mit minimalem Budget im Iran realisiert hat. Das dabei entstandene Filmmaterial ist schließlich außer ­Landes gebracht und in Berlin-Babelsberg bear­beitet und fertiggestellt worden. »Paradise« feierte 2015 seine Premiere im offiziellen Wettbewerb des Filmfestival Locarno und wurde in der Folge mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Das Buch eröffnet einen faszinierenden Blick darauf, wie das Filmteam mit den massiven Einschränkungen bei den Dreharbeiten im Iran auf kreative Weise umgegangen ist. Es schlüsselt wie ein Handbuch die den Bildern und Szenen aus ­»Paradise« zugrunde liegenden logistischen, ­strategischen und technischen Anstrengungen auf, mit denen das Team die Fülle der Restriktionen zu umgehen verstand. Da als Doku-Spielfilm an­gelegt, bekommt der Betrachter in  »Paradise« alltäglich wirkende Szenen zu sehen. Um aber den Eindruck einer realistischen Darstellung des Alltäglichen herzustellen, mussten oftmals höchst komplizierte Vorkehrungen getroffen werden. Die iranische Zensur insbesondere von Spielfilmen reguliert alles, was inhaltlich irgendwie im kritischen Sinne aufgefasst werden könnte, peinlich genau, etwa was die (unbedingt erforderliche) Verschleierung weiblicher Charaktere betrifft; und zu zeigen, dass heranwachsende Mädchen zusammen im Schulbus oder in den Schulpausen zu Popmusik tanzen, ist gänzlich unvorstellbar.

Ausstellung:
Hidden / Secret – Strategien des Verborgenen
Villa Merkel Galerien der Stadt Esslingen am Neckar, 25/3–3/6/2018